Berührungsängste in der Begegnung überwinden

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Beim ersten Inklusiven Fest auf dem Kirchenhügel in Mülheim wurden die Erwartungen der Veranstaltergemeinschaft von Caritas und Diakonie übertroffen. Nach Schätzungen der Polizei waren trotz hochsommerlicher Temperaturen rund 4500 Besucher zum Fest gekommen.

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In der Begrüßungsrede ermutigte Oberbürgermeister Ulrich Scholten die Besucher dazu, die geistigen Hürden in der Begegnung zu überwinden. Diesem Aufruf folgten die Menschen und schlenderten mit Neugier über den lang gezogenen Festplatz. Inklusion wurde an über 50 Mitmach- und Aktionsstationen hautnah erlebt. Alt und Jung ließen sich mit Spaß auf die sportlichen und kreativen Herausforderungen an den Ständen ein.

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Beim Menschenkicker kämpften  Mannschaften mit  Jugendlichen aus unterschiedlichsten Nationen um das bessere Torergebnis. Taktische Absprache braucht keine Worte, man versteht sich auch ohne gute Deutschkenntnisse und ausgelassene Stimmung stellt sich beim Kicken sowieso ein. Mühsam und schweißtreibend war der Versuch, sich mit dem Rollstuhl über den Parcours zu manövrieren. Der abgesenkte Bürgersteig ist für den ungeübten Fahrer fast unüberwindbar, mit Unterstützungsrufen der Zuschauer und im dritten Versuch holpert der Rollstuhl dann endlich über die kleine Hürde.

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Akteure mit und ohne Behinderung gestalteten das abwechslungsreiche Bühnenprogramm von Pop-Musik bis Trommeln mit einer großen Begeisterung, die sich auf die Zuschauer übertrug.

DSC 0090In der abschließenden Segensfeier auf der großen Bühne erinnerten Superintendent Helmut Hitzbleck und Stadtdechant Michael Janßen daran, dass jeder Mensch die Gesellschaft auf seine eigene Weise bereichert. Begegnung baut Berührungsängste ab. Bleibt zu hoffen, dass die Leichtigkeit des Miteinanders vom Fest sich ein wenig in den Alltag überträgt und in kleinen Schritten innere Barrieren abgebaut werden.
Das Thema Inklusion ist aber nicht mit dem Fest abgeschlossen, sondern bleibt für Caritas und Diakonie eine fortwährende Arbeitsaufgabe. Die beiden Verbände planen für das nächste Jahr eine Fachtagung zum Thema. Die Besucher des Festes konnten ihre Ideen und Wünsche für eine gelingende Inklusion in Stichworten oder Bildern festhalten. Auch diese Anregungen fließen in die zukünftige Ausrichtung der beiden Sozialverbände und in mögliche inhaltliche Schwerpunkte ein.