CaBiZ - ein Haus, das Türen öffnet
Bevor das CaBiZ einen Namen hatte
Am Anfang stand nicht die Frage nach einem neuen Veranstaltungsraum. Es ging um etwas Grundsätzlicheres: Wie kann sich ein sozialer Verband weiterentwickeln, ohne das aus dem Blick zu verlieren, was ihn trägt?
Die damaligen Vorstände Regine Arntz und Martina Pattberg beschäftigten sich bereits seit längerer Zeit mit der Frage, wie der weitgehend ungenutzte Kirchenraum von St. Raphael eine neue Bedeutung erhalten könnte. Die ursprüngliche Funktion als Ort gelebten Glaubens sollte dabei nicht einfach verschwinden. Vielmehr entstand die Idee, den Raum so weiterzuentwickeln, dass Gemeinschaft, Begegnung und christliches Leben auch in einer neuen Form ihren Platz behalten.
Digital denken - Begegnung nicht vergessen
Einen wichtigen Anstoß gab ab 2018 das zweistufig angelegte Projekt "Kirche im Netz". Dahinter stand die Idee, den Verband in ein neues Zeitalter zu führen: den digitalen Raum stärker zu öffnen, neue Kommunikations- und Arbeitsformen zu entwickeln und gleichzeitig die analoge Welt nicht aus den Augen zu verlieren.
Denn auch in einer zunehmend digitalen Gesellschaft brauchen Menschen reale Orte, an denen sie sich begegnen, gemeinsam lernen, diskutieren und Ideen entwickeln können.
Aus diesen beiden Gedanken entstand nach und nach eine gemeinsame Vision: digitale Entwicklung auf der einen Seite - ein realer Ort der Begegnung auf der anderen.
Aus einer Vision wird eine Entscheidung
Eine solche Idee klingt im Rückblick selbstverständlich. In der Umsetzung war sie es nicht.
Einen ehemaligen Kirchenraum grundlegend umzubauen und ihm eine neue Funktion zu geben, bedeutete eine große Investition und damit auch ein erhebliches unternehmerisches Risiko. Es brauchte die Bereitschaft, nicht nur den bestehenden Bedarf zu verwalten, sondern langfristig zu denken und eine Entwicklung anzustoßen, deren Wirkung sich erst später zeigen würde.
Dass aus der Idee schließlich ein konkretes Projekt wurde, war deshalb auch eine Frage von Mut und Vertrauen in die Zukunft des Verbandes.
Ein ehemaliger Kirchenraum bekommt eine neue Aufgabe
Mit dem späteren Umbau entstand im ehemaligen Kirchenraum von St. Raphael schließlich das Caritas Bildungs- und Begegnungszentrum - CaBiZ.
Der ursprüngliche Gedanke blieb dabei erhalten: Der Raum sollte weiterhin ein Ort der Gemeinschaft sein - nur mit erweiterten Möglichkeiten. Bildung, Begegnung, Austausch, kirchliches Leben und Zusammenarbeit sollten künftig unter einem Dach zusammenfinden.
Damit wurde aus einem weitgehend ungenutzten Raum kein beliebiges Veranstaltungszentrum, sondern ein Ort mit einer Geschichte, die in seiner neuen Nutzung weiterlebt.
Ein Haus für den Verband und die Stadt
Heute steht das CaBiZ nicht nur dem Caritasverband selbst zur Verfügung. Vereine, Kirchengemeinden, Schulen, Initiativen und Netzwerkpartner können das Zentrum für eigene Formate nutzen. Gottesdienste, Fortbildungen, Workshops, Netzwerktreffen und Veranstaltungen zeigen, wie unterschiedlich der Ort inzwischen genutzt wird.
Am 18. September 2025 wurde das CaBiZ offiziell eröffnet. Mit einer Investition von rund 1,4 Millionen
Euro, unterstützt durch eine Förderung der Aktion Mensch, entstand ein Haus, das langfristig neue Möglichkeiten für Bildung, Begegnung und Zusammenarbeit schaffen soll.
Schon kurz nach der Eröffnung nutzten auch externe Partner das Zentrum. Damit wird sichtbar, was von Beginn an gedacht war: Das CaBiZ soll kein Haus mit einem starren Programm sein. Es lebt davon, dass Menschen eigene Ideen einbringen und den Ort mitgestalten.
Türen öffnen - damals wie heute
Der Weg zum CaBiZ zeigt, dass Veränderungen oft lange vor dem sichtbaren Ergebnis beginnen.
Aus der Frage, wie ein ungenutzter Kirchenraum neue Bedeutung erhalten kann, wurde eine Vision. Aus der Verbindung von digitaler Entwicklung und realer Begegnung entstand ein Konzept. Und aus diesem Konzept schließlich ein Haus, das heute Menschen zusammenbringt.
Das CaBiZ ist damit nicht nur ein neues Gebäude im Verband. Es erzählt auch etwas darüber, wie Entwicklung entstehen kann: