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Da sein für geflüchtete Menschen

Wasserski Gruppenfoto2  

Caritas-Flüchtlingsprojekt VIS(a)-VIS endete im Juli –

Projekt „Förderturm“ läuft weiter


2015 war ein herausforderndes Jahr für Deutschland. Nie zuvor suchten so viele Menschen Schutz vor Krieg, Terror und Armut. Da traf es sich gut, dass bereits im April 2015 die Caritas Mülheim dank einer Förderung durch den Innovationsfond des Caritasverbandes im Bistum Essen mit dem Projekt VIS(a)-VIS dieser Herausforderung begegnen konnte.

Genau auf die Bedarfe abgestimmt hatte die Caritas die Ehrenamtlichen in den verschiedenen Bereichen wie z.B. ehrenamtliche Sprachkurse, Ämterbegleitung, Arztbegleitung, Wohnungssuche und Papierkram geschult und die ersten Einsätze vorbereitet.

Gleichzeitig hatte die Stadt Mülheim die Koordination des ehrenamtlichen Engagements in den Unterkünften auf einzelne Träger bzw. Gruppen verteilt. „Zunächst war es befremdlich für mich als junge Frau in eine Unterkunft voller Männer zu gehen und Kontakt aufzunehmen.“ so die ehrenamtliche Diana Tombergs, die sich in der Unterkunft im Klöttschen engagiert. „Ich wurde jedoch offen, sehr höflich und respektvoll empfangen. Mittlerweile haben wir schon viele gemeinsame Freizeitaktionen mit den anderen Ehrenamtlichen durchgeführt und immer eine Menge Spaß gehabt.“

Die vielen Ehrenamtlichen, die VIS(a)-VIS so erfolgreich gemacht haben, konnten Fragestellungen der Geflüchteten schnell und zuverlässig bearbeiten. Bei dem Projekt VIS(a)-VIS haben sich insgesamt 87 Ehrenamtliche engagiert. Dieser Ehrenamtspool hat während der Projektlaufzeit Sprachkurse durchgeführt, 212 Einzelfallhilfen (Arztbesuche oder Ämtergänge, Wohnungssuche, Ordnen der Papiere, etc.) abgeschlossen und 59 Freizeitaktionen organisiert.

Gemeinsam mit den Geflüchteten wurden diese verschiedenen Freizeitaktionen geplant und  durchgeführt. Die Projektkoordinatorin Hannah Berntgen: „Gerade in der Unterkunft am Priesters Hof und nun im Klöttschen leben nur junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Diese Altersgruppe hat ganz andere Schnittstellen zum Ehrenamt als Familien oder Frauen. Und zwar nicht nur auf Seiten der Geflüchteten. Um das ehrenamtliche Engagement auch bei jüngeren Menschen zu stärken oder auch zu wecken, benötigt man interessante Angebote auch für die Ehrenamtlichen. Wir können heute mit Sicherheit sagen, dass dieser Weg richtig war! Trotzdem haben wir immer im Blick, was Sinn macht und was nicht. Uns geht es darum, die Möglichkeit der Begegnung und des Gesprächs zu schaffen. Freizeitpädagogische Angebote sind da nur ein Einstieg. Das Interessante kommt danach.“.

Viele Angebote hätten nicht stattfinden können ohne die Unterstützung durch den Bischofsfonds, der Brenntag AG, der Sparkasse Mülheim, Lichtblicke e.V., der Familienbildungsstätte Oberhausen/Mülheim und dem Land NRW. Nur mit diesen Mitteln konnten Projekte finanziert werden, welche maßgeblich dazu beigetragen haben, dass diese eigentlich unerträgliche Situation für die Flüchtlinge einigermaßen auszuhalten war und sie sich trotzdem als Teil Mülheims sehen konnten. Das Interesse an der neuen Heimat ist groß. Bei den Ehrenamtlichen sowie den Geflüchteten beliebt sind Gespräche über die Geschichte Mülheims, der Politik und der Gegend um Mülheim. Häufig lernen auch die Ehrenamtlichen noch etwas Neues über ihre Heimat.

„Das Resümee nach einem Jahr VIS(a)-VIS ist, dass wir neue Nachbarn und zum Teil sogar Freunde gefunden haben. Wir hören Geschichten, die einem das Herz zerreißen und können den Flüchtlingen ein wenig Last abnehmen. Einfach nur, indem wir da sind. Das ist ein wunderschönes Gefühl!“ so die ehrenamtliche Künstlerin Martina Hengsbach. Sie leitete den Malkurs und gab hier den Teilnehmern die Möglichkeit, sich kreativ und nonverbal auszudrücken. Der Ehrenamtlichen Heide Dennisson war vor allem die fachliche Begleitung wichtig: „Ich habe so viele positive Erfahrungen gemacht in der Zeit meines ehrenamtlichen Engagements. Trotzdem bin ich froh, dass wir bei der Caritas immer Ansprechpartner haben, denn häufig sind die Lebensgeschichten, die wir hier hören, sehr belastend. Ich finde es gut, dass es Fachleute gibt, die uns schulen und die vor allem während unserer Tätigkeit auf uns acht geben.“

Auch Hannah Berntgen ist als Projektkoordinatorin mehr als zufrieden über den Projektverlauf. „Uns war wichtig, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und wirklich nur da zu unterstützen, wo Hilfe notwendig war. Dieser Ansatz ist aufgegangen und wir sind froh, dass sich mittlerweile auch geflüchtete Menschen ehrenamtlich engagieren. VIS(a)-VIS war wichtig und hat alle Erwartungen übertroffen. Nach Beendigung des Projektes sind wir froh, dass wir die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit der Caritas im Projekt Förderturm weitergehen kann. Die Beziehungen haben sich weiterentwickelt, die Fragestellungen haben sich verändert. Das Projekt Förderturm wird sich schwerpunktmäßig mit der gesellschaftlichen Integration und der Förderung des ehrenamtlichen Engagements unter den Geflüchteten befassen. Dass sie etwas Zurückgeben können ist ein häufiger Wunsch und wir freuen uns auf diese spannende Aufgabe“.

Zum Abschluss hat ein besonderes Fest stattgefunden. An der Wasserskianlage Wedau haben die Flüchtlinge ein großes Barbecue für die Ehrenamtlichen organisiert. Gemeinsam wurde gegrillt und dann auch der Weg ins Wasser gewagt. Gleichzeitig wurden nochmal über die Anfänge und den Projektverlauf resümiert. „Gott sei Dank gibt es einen Ausblick mit Förderturm. So haben wir das Gefühl, dass wir die nächste Stufe erreicht haben. Das neue Projekt passt auch zu den Bedürfnissen der Geflüchteten und der Ehrenamtlichen. Wir sind stolz, dass die meisten ihre Probleme nun selber lösen wollen und auch können. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn nach so einer erfolgreichen und bereichernden Zeit alles im Sande verlaufen wäre!“, so Jens Weymann, ein ehrenamtlicher von VIS(a)-VIS.


Wenn Sie mehr Informationen, spenden oder ehrenamtlich helfen möchten, finden Sie detaillierte Informationen unter Projekt Förderturm

Caritas-Sozialdienste e.V.
Fachdienst Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Projekt VIS(a)-VIS

Hannah Berntgen (Projektkoordination)

Hingbergstraße 176
45470 Mülheim an der Ruhr
Kontakt:

0208/30008-0
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