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Caritas klärt Jugendliche über psychische Erkrankungen auf

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Psychisch krank. Das will keiner sein und damit will auch niemand etwas zu tun haben. Und doch, folgt man den Untersuchungen der Deutschen Psychotherapeutenkammer, wird jeder dritte von uns mindestens einmal in seinem Leben psychisch krank.
„Wir müssen das Thema offen ansprechen, um Vorurteile und Ängste abzubauen“, erklärt Berna Abegg von der Psychologischen Beratungsstelle der Caritas, warum der katholische Sozialverband das Projekt „Verrückt, na und“ ins Leben gerufen hat.
„Wir gehen mit psychologisch geschulten Profis und mit betroffenen Lebensexperten in neunte Klassen, um mit Schülern und Lehrern über das immer noch tabuisierte Thema der seelischen Gesundheit zu sprechen und damit in der schwierigen Lebensphase der Pubertät psychischen Erkrankungen vorzubeugen oder bei Bedarf Hilfe anzubieten“, erklärt das Caritas-Vorstandsmitglied  Martina Pattberg die Idee hinter dem Projekt.
Dass die Caritas inzwischen zwölf Trainerteams in weiterführende Schulen schickt, um die fatale Schweigespirale in Sachen seelischer Gesundheit zu durchbrechen, ist akutem Handlungsdruck geschuldet. Erst 2016 hat die Deutsche Angestellten Krankenkasse in ihrem Gesundheitsreport darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der psychisch Erkrankten in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht hat und das psychische Erkrankungen, wie etwa die Depression, inzwischen für 17 Prozent aller Krankschreibungen und für 40 Prozent aller Frühverrentungen verursachen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden derzeit weltweit 350 Millionen Menschen an Depressionen. Und das statistische Landesamt hat herausgefunden, dass allein in NRW jährlich rund 100.000 Menschen wegen psychischer Störungen stationär behandelt werden müssen.

„Wenn wir mit den Schüler in Gesprächsrunden, mit Rollenspielen oder in Form von Gruppenarbeit reflektieren, woran man psychische Erkrankungen erkennen, wie man ihnen vorbeugen oder wie  man sie behandeln kann, spüren wir immer, wie die Jungendlichen sich für das Thema sensibilisieren und ihre Vorurteile und Ängste verlieren, weil sie erkennen: Das betrifft auch mich oder könnte auch mich betreffen“, berichtet Abegg.

„Das hätte ich nicht gedacht, dass auch Sie betroffen sind“, hört die fünfache Mutter und inzwischen pensionierte Leiterin einer Kindertagesstätte, Corinna Eickmann, wenn sie von ihrem Leidensweg durch eine, in ihrem Fall genetisch bedingte Depression berichtet. „Ich spüre, dass ich ihnen viel geben kann, wenn ich den Jungendlichen meine Lebensgeschichte erzähle“, erklärt Eickmann, warum sie sich für das Projekt der Caritas engagiert und sich damit auch als Betroffene bewusst outet. „Ich will ihnen klar machen, dass es jeden treffen kann und dass man aber auch aus einer Depression wieder herauskommen kann, wenn man sich helfen lässt.“ Eickmann haben zum Beispiel Psychotherapie und Medikamente, aber auch Gespräche mit fürsorglichen Freunden, Musik und viel Bewegung aus der Krise herausgeholfen. Und wenn man die ruhige und freundliche Frau heute sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass es in ihrem Leben, krankheitsbedingt, Zeiten gab, in denen sie noch nicht mal das Haus verlassen konnte, um den Müll herunterzubringen oder einzukaufen.
„Nach den Projekttagen bekomme ich von vielen Lehrern die Rückmeldung: ‚Unser Klassenklima ist besser geworden und wir gehen jetzt viel achtsamer miteinander um“, freut sich die zuständige Projektleiterin der Caritas, Nicole Meyer über die nachhaltige Wirkung der vorbeugenden Aufklärungsarbeit in den Schulen. Thomas Emons
Quelle: Thomas Emons

INFO:
Interessierte Klassenlehrer und Schulleiter können sich unter 0208-3000893 oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!melden und informieren.
Das Team der Psychologischen Beratungsstelle der Caritas ist an der Hingbergstraße 176 unter 0208-30008-80 erreichbar.
Das Projekt „Verrückt, na und“ wird vom Netzwerk Irrsinnig menschlich, von der Internetplattform gesundheitsziele.de, von der Aktion Lichtblicke, von der Barmer Ersatzkasse und von der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft MEG unterstützt.